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Das mensch­li­che Auge


Das mensch­li­che Auge ver­an­schau­licht ein­drucks­voll, wie geni­al sich der mensch­li­che Kör­per im Lau­fe der Evo­lu­ti­on ent­wi­ckelt hat. Der Auf­bau des Auges zeigt, wie per­fekt die Bestand­tei­le auf­ein­an­der abge­stimmt sind. Jeder Teil hat eine bestimm­te Funk­ti­on, die wie Zahn­rä­der inein­an­der­grei­fen. So wird aus dem Licht, dass von der Umwelt reflek­tiert wird, im Gehirn ein visu­el­les Bild die­ser Umwelt erzeugt.

Grob ver­ein­facht wirkt das Sin­nes­or­gan Auge wie ein opti­scher Appa­rat: Sei­ne Brech­kraft bün­delt das Licht auf der Netz­haut, wo es durch Pho­to­re­zep­to­ren (Seh­zel­len) in elek­tri­sche Impul­se umge­wan­delt wird. Um den Pro­zess des „Sehens“ zu durch­schau­en, ist es wich­tig, den Auf­bau des Auges und sei­ne Bestand­tei­le zu ver­ste­hen.


Horn­haut

Die kon­vex gewölb­te, durch­sich­ti­ge Horn­haut (Cor­nea) ist form­sta­bil. Sie dient dem Schutz des geöff­ne­ten Auges und sorgt durch ihre Wöl­bung für eine Bre­chung der Licht­strah­len. Wenn die Horn­haut nicht gleich­för­mig gewölbt ist, wird das Licht nicht punkt­för­mig fokus­siert. Die­se Ver­krüm­mung ver­ur­sacht eine Seh­schwä­che, die man als Astig­ma­tis­mus oder Horn­haut­ver­krüm­mung  bezeich­net. Die Horn­haut ist für etwa 75 Pro­zent der Brech­kraft des Auges ver­ant­wort­lich.

Zwi­schen der Horn­haut und den Augen­li­dern befin­det sich Bin­de­ge­we­be, das nor­ma­ler­wei­se mit Hil­fe der Trä­nen­flüs­sig­keit für eine gute Gleit­fä­hig­keit der Augen­li­der sorgt. Hin­ter der Horn­haut befin­det sich die Augen­kam­mer, in der sich das Kam­mer­was­ser befin­det. Den Teil zwi­schen Horn­haut und Iris nennt man “vor­de­re Augen­kam­mer”. Den Teil zwi­schen Iris, Zili­ar­mus­kel und Glas­kör­per nennt man “hin­te­re Augen­kam­mer”.

Iris

Im Kam­mer­was­ser „schwimmt“ die Regen­bo­gen­haut, auch Iris genannt. Sie kann sich dyna­misch den Licht­ver­hält­nis­sen anpas­sen und dadurch die Öff­nung, durch die Licht ins Augen­in­ne­re tritt, regu­lie­ren. Die­se Öff­nung nennt man Pupil­le.

Anders fomu­liert: die Pupil­le ist die zen­tra­le, licht­durch­läs­si­ge Öff­nung der Regen­bo­gen­haut. Die Far­be der Iris wird durch Pig­men­te bestimmt, die bei jedem Men­schen indi­vi­du­ell aus­ge­prägt sind. Die Struk­tur der Regen­bo­gen­haut ist so wie der Fin­ger­ab­druck bei jedem Men­schen indi­vi­du­ell und ein­zig­ar­tig.


Lin­se

Hin­ter der Regen­bo­gen­haut befin­det sich die elas­ti­sche Lin­se. Über die Zonulafa­sern ist die Lin­se an dem ring­för­mi­gen Zili­ar­mus­kel befes­tigt. Mit Hil­fe die­ses Mus­kels kann die Augen­lin­se aktiv ver­formt wer­den. Durch die so her­vor­ge­ru­fe­ne unter­schied­li­che Wöl­bung der Lin­se kann der Bre­chungs­win­kel des Lichts aktiv gesteu­ert wer­den. Man nennt das Akkom­mo­da­ti­on. Dadurch kann man in unter­schied­li­chen Seh­dis­tan­zen (Nah­sicht, Fern­sicht) scharf sehen.

Die Brech­kraft des Auges basiert zu etwa 75% auf der Brech­kraft der Horn­haut und zu etwa 25% auf der der Lin­se. Die Seh­stär­ke (Visus) hängt davon ab, wie opti­mal die Brech­kraft ist, d.h. wie exakt die Licht­in­for­ma­ti­on auf der Netz­haut gebün­delt wird (Sie­he dazu Kurz­sich­tig­keitWeit­sich­tig­keit, Astig­ma­tis­mus und Alters­sich­tig­keit.) Die Augen­lin­se kann im Alter trüb wer­den, man spricht dann von einem Grau­en Star (Kata­rakt).

Glas­kör­per

Im Augen­in­ne­ren befin­det sich der Glas­kör­per. Die­ser besteht aus einer gel­ar­ti­gen Flüs­sig­keit, wel­che zu 98% aus Was­ser besteht. Der Glas­kör­per grenzt vor­ne an die Lin­se und den Zili­ar­kör­per, an den Sei­ten und hin­ten an die Netz­haut.

Umschlos­sen ist das gesam­te Auge von der Leder­haut, das, was man auf der Vor­der­sei­te als „weiß“ des Auges sieht.


Netz­haut

Die Augen­in­nen­sei­te ist zum größ­ten Teil von der Netz­haut (Reti­na) beschich­tet. Auch die Netz­haut besteht aus meh­re­ren Schich­ten, in denen die Licht­in­for­ma­tio­nen aus unter­schied­li­chen rezep­ti­ven Fel­den kom­bi­niert und sor­tiert wer­den.

Die licht­emp­find­li­chen Pho­to­re­zep­to­ren der Netz­haut sind in der Ader­haut ver­an­kert, die die Netz­haut stets mit fri­schen Nähr­stof­fen ver­sorgt. Es gibt zwei ver­schie­de­ne Rezep­tor-Typen, die Stäb­chen und die Zap­fen, auch Seh­zel­len genannt. Von den Zap­fen gibt es wie­der­um drei Sor­ten, die sich dar­in unter­schei­den, bei wel­cher Wel­len­län­ge des Lichts sie reagie­ren und ein Signal in Rich­tung Seh­nerv abge­ben. Die drei Zap­fen­ar­ten spre­chen auf grü­nes, blau­es und rotes Licht an. Die Stäb­chen sind viel zahl­rei­cher und emp­find­li­cher: sie reagie­ren vor allem beim Däm­me­rungs­se­hen.

Seh­nerv

An der Stel­le, an der die gebün­del­ten Seh­ner­ven aus der Netz­haut ins Gehirn wei­ter­ge­lei­tet wer­den (sog. Seh­nerv oder auch “Seh­bahn”), liegt eine Stel­le, die kei­ne Pho­to­re­zep­to­ren hat. Man nennt die­se Regi­on den „Blin­den Fleck“ (auch Papil­le genannt).

Die Seh­bahn lei­tet elek­tri­sche Impul­se ins Gehirn, was qua­si die „Spra­che des Gehirns“ ist. Auch die Infor­ma­tio­nen der ande­ren Sin­ne (Hören, Rie­chen, Schme­cken, Füh­len), wer­de in elek­tri­sche Impul­se umge­wan­delt, die im Gehirn dann zu einem gesam­ten „Welt­bild“ zusam­men­ge­setzt wer­den, kom­bi­niert mit Erin­ne­run­gen und Erfah­run­gen. Der Seh­nerv kann auf­grund eines zu hohen Augen­in­nen­drucks geschä­digt wer­den (sog. “Grü­ner Star”, auch Glau­kom genannt).